Wer sich aktuell in Möbelhäusern oder bei Innenarchitekten umsieht, wird auf den ersten Blick oft mit kalten und kahlen Flächen und sterilen Metallinstallationen begrüßt. Doch moderner Industrie-Stil geht weit darüber hinaus und kombiniert Funktionalität und Schlichtheit raffiniert zu mitunter überraschend warmen Kompositionen. Nur eins kann man hier nicht erwarten: Die überbordende Verspieltheit, wie man sie z.B. im Landhausstil findet.

Beton"optik" auch ohne Beton

Beton ist kalt und schwer und als reine Oberfläche nicht sonderlich attraktiv anzufassen. Aus diesem Grunde gehen Innengestalter etwas raffinierter vor und verwenden andere moderne Materialien. Diese bringen wesentlich günstigere Eigenschaften mit, erfüllen aber auch den optischen Anspruch schlichter Strenge. 

Zwar kann man mit unverkleideten Wänden aus Schalungsbeton leben, aber für viele Nutzer ist das zu viel Purismus. Außerdem lässt sich das – wenn man nicht gerade in einem alten Fabrikgebäude oder einer exklusiven Bauhausvilla wohnt – ohnehin nur schwer bewerkstelligen. Stattdessen verbauen Architekten heute Fliesen in Betonoptik, nutzen Vliestapeten im industriellen Stil und installieren Küchenarbeitsplatten, die zwar aus Faserverbundstoffen bestehen, deren Laminatschicht aber zumindest äußerlich das gewünschte Aussehen mitbringen. Beim Design geht es schließlich um den Effekt und nicht zentral um das verwendete Material.

Angesagt: Der puristische Charakter der Beton-Optik
Angesagt: Der puristische Charakter der Beton-Optik
© Roman Bozhko via unsplash.com / CC0

Ergänzung in Stahl und schlichtem Holz

Industrial Look bedeutet aber nicht nur nackte Wände, sondern setzt sich in der Gestaltung anderer Elemente fort, die entweder möglichst authentisch wie Fabrikinterieur gestaltet sind (z.B. Schwebetürschränke in Containeroptik, Industrielampen, großflächige Fabrikfenster) oder zumindest die kühle Schlichtheit industrieller Werkstoffe betonen. 

Die Farben sind dabei oft dunkel und matt gehalten. Wer in klaren Formen arbeitet und glatte Flächen schafft, kann hierfür sogar Holz verwenden. Alternativ kann man Industriecharme auch mit raffiniertem Upcycling kombinieren, um etwas verspieltere und freier kreative Einrichtungen zu schaffen. Aber auch Metall lässt sich hervorragend einsetzen, um die moderne Wohnungseinrichtung zu ergänzen.

Nackte Wände und Stahl: Typisch für den Industrial Style
Nackte Wände und Stahl: Typisch für den Industrial Style
© Frankie Valentine via unsplash.com / CC0

Gardinenstangen im Trend: Edelstahl

Moderne Gardinenstangen aus dem Onlineshop sind eine willkommene Antwort auf die Frage: Wie kann man edle Materialien in schlichtem Look verwenden, um den letzten Akzent im Raum zu setzen? Idealerweise gehören sie zu den Teilen der Einrichtung, die mit dem Hintergrund verschmilzt, sich stilistisch aber dennoch passend eingliedert. Das ist das eigentliche Geheimnis des Industrial Styles: Es gibt Elemente, auf die man nicht verzichten kann, weil sie eine wohnliche Funktion erfüllen, die aber in der echten Industrie keine Entsprechungen finden.

Gardinenstangen wird man in jeder Fabrik vergeblich suchen. Also sollten sich diese Gestaltungsdetails nicht in den Vordergrund spielen. Genauso sollte man bei der Auswahl weiterer Objekte und sogar Dekogegenstände vorgehen: Erst wenn diese mit dem Gesamtbild verschmelzen, können sie ihren Beitrag zu diesem leisten. Aus diesem Grund sind Gardinenstangen sozusagen das ideal anschauliche Beispiel für das Konzept subtiler Designentscheidungen.

Fazit: Industrial Style ist im Moment angesagt und lässt sich mit den richtigen Mitteln auch dann umsetzen, wenn man nicht in einen stillgelegten Werkhof einziehen will. Es ist das Zusammenspiel detailbewusster Designentscheidungen und der gezielte Einsatz moderner Materialien in sparsamer Schlichtheit, die das geniale Feeling ergeben, die weit über nackten Beton hinausgeht.

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