In dem Bericht von Bridewell, „Cyber-Sicherheit in kritischer nationaler Infrastruktur (KNI): 2023“, geht es um die besorgniserregende Vorhersage einer Zunahme von Cyberkriminalität um 34 %. Sie soll auf die anhaltende Lebenshaltungskosten-Krise zurückzuführen sein. Diese Krise kann zu verschiedenen sozioökonomischen Herausforderungen führen, die Einzelpersonen dazu bringen, sich an Cyberkriminalität zu beteiligen, um finanziellen Gewinn zu erzielen.

Weiter heißt es in dem Forschungsbericht, in dem 500 Entscheidungsträger aus dem Bereich Cybersicherheit befragt wurden, dass der Versorgungssektor – einschließlich Energie und Gas – den Leuten besondere Sorgen bereitet. Der anhaltende Krieg zwischen Russland und der Ukraine wirkt sich auf die Öl- und Gasversorgung aus, was zu einem Anstieg der Preise für Treibstoff und Nahrungsmittel führt. 41 % der Befragten prognostizierten dementsprechend einen Anstieg der Cyberkriminalität aufgrund finanzieller Schwierigkeiten.

Die steigenden Lebenshaltungskosten belasten Arbeitnehmer zunehmend finanziell. Ein Fünftel (21 %) der KNI-Entscheidungsträger zählt Mitarbeitersabotage mittlerweile zu den größten Risiken für den IT-Bereich von Unternehmen.

Anthony Young, Co-CEO von Bridewell sagt dazu Folgendes: „Die Bedrohung durch Insider-Sabotage war schon immer hoch, aber der aktuelle wirtschaftliche Druck macht es Kriminellen einfacher, Mitarbeiter und Schwachstellen von Organisationen auszunutzen. Eine Kürzung der Sicherheitsbudgets wird das Problem weiter verschärfen. Entscheidungsträger müssen deshalb in die Stärkung ihrer Cyber-Abwehr von innen heraus investieren. Dies sollte die strenge Überwachung und Prüfung von Systemen, Zugangskontrollen, Investitionen in die Verhinderung von Datenverlust sowie die kontinuierliche Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter umfassen. So kann das Bewusstsein für Best Practices im Bereich Cybersicherheit geschärft werden.“

Durch die Lebenshaltungskrise kann es zu einer Zunahme der Cyberkriminalität kommen
Durch die Lebenshaltungskrise kann es zu einer Zunahme der Cyberkriminalität kommen
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Schutzmaßnahmen angesichts steigender Bedrohungen

Um sich vor dieser steigenden Bedrohung zu schützen, ist die Implementierung von Cybersicherheitspraktiken entscheidend. Hier sind einige wichtige Schritte, um die Online-Sicherheit zu verbessern:

1. Verwendung eines VPNs (virtuelles privates Netzwerk)

Ein VPN verschlüsselt deine Internetverbindung, was es Cyberkriminellen erschwert, deine Daten abzufangen. Außerdem maskiert es deine IP-Adresse und erhöht die Online-Privatsphäre. Achte auf die Verwendung seriöser VPN-Dienste beim Zugriff auf das Internet, insbesondere beim Einloggen in öffentliche WLAN-Netzwerke.

Einen seriösen VPN-Anbieter erkennst du unter anderem daran, dass er hochsichere Verschlüsselungsprotokolle wie OpenVPN, IKEv2 oder WireGuard nutzt. Zudem sollte er keine Protokolle über deine Online-Aktivitäten anlegen (Zero-Log-Policy). In den Datenschutzrichtlinien solltest du klare Informationen darüber finden, welche Daten gesammelt werden, wie sie verwendet werden und wie lange sie aufbewahrt werden.

Auch einen zuverlässigen Kundensupport sollte der VPN-Dienst bieten. So kannst du sicher sein, dass du bei Problemen oder Fragen nicht allein dastehst.

2. Verwendung starker Passwörter

Erstelle starke, einzigartige Passwörter für jedes Online-Konto. Verwende dabei eine Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Vermeide die Verwendung von privaten Informationen wie Geburtsdaten oder Namen, da diese leicht zu erraten sein können. Ein Passwort-Manager kann dir dabei helfen, deine Passwörter sicher zu speichern und zu verwalten.

3. Mehrstufige Authentifizierung (MFA)

Aktiviere die MFA, wo immer dies möglich ist. So fügst du eine zusätzliche Sicherheitsebene durch einen weiteren Verifizierungschritt hinzu. Es wird dann zum Beispiel noch ein Code an dein Telefon gesendet, den du zusätzlich zu deinem Passwort eingeben musst.

4. Regelmäßige Software-Updates

Halte dein Betriebssystem, deine Software und Anwendungen auf dem neuesten Stand. Cyberkriminelle nutzen oft Schwachstellen in veralteter Software als Einfallstor aus.

5. Vorsicht vor Phishing-Angriffen

Sei vorsichtig bei unbekannten E-Mails, Nachrichten oder Links. Cyberkriminelle nutzen oft Social Engineering, um Benutzer zur Preisgabe sensibler Informationen zu verleiten. Überprüfe die Identität des Absenders, bevor du auf Links klickst oder persönliche Informationen teilst. Schau dir dazu die E-Mail-Adresse des Absenders genau an. Phishing-Angreifer verwenden oft gefälschte oder ähnlich aussehende Adressen, um seriöser zu wirken. Vergleiche sie mit der offiziellen E-Mail-Adresse der Institution, von der die Nachricht angeblich stammt. Musst du auf einen Link klicken, um auf eine Webseite zu gelangen, überprüfe die URL sorgfältig. Angreifer verwenden oft URLs, die denen der echten Webseite ähnlich sehen, aber leichte Abweichungen aufweisen. So solltest du auch ein PDF auf Viren prüfen, bevor du diese einfach öffnest.

6. Sichere WLAN-Netzwerke

Verwende starke, einzigartige Passwörter für dein WLAN-Netzwerk zu Hause. Vermeide die Verwendung von Standard-Passwörtern, die bereits ab Werk eingestellt sind, da diese leicht zu erraten sind.

7. Regelmäßige Backups

Sichere regelmäßig deine wichtigen Daten auf einem externen Gerät oder in der Cloud. Dadurch kannst du Daten im Falle eines Cyberangriffs oder eines Hardware-Ausfalls wiederherstellen.

8. Bleibe informiert

Informiere dich über die neuesten Cybersicherheitsbedrohungen und -trends. Eigne dir ein Verständnis für gängige Angriffsmethoden wie Ransomware, Malware und Social Engineering an. Nur so kannst du sie erkennen und vermeiden.

Denke immer daran: Die Aufrechterhaltung der Online-Sicherheit erfordert eine Kombination aus Bewusstsein, Wachsamkeit und proaktiven Sicherheitsmaßnahmen.

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