Es gibt fettige Haut, trockene Haut und Mischhaut. Dass eine trockene Haut Feuchtigkeit braucht, scheint offensichtlich – tatsächlich benötigt aber jeder Hauttyp genügend Feuchtigkeit, um ordentlich zu funktionieren. Und diese sollten von innen wie auch außen zugeführt werden. Warum? Das erfährst du in diesem Artikel.
Feuchtigkeit macht deine Haut fit
Deine Haut ist nicht nur deine äußere Hülle, sondern auch dein größtes Organ und eine sehr wichtige Schutzbarriere für unseren Körper. Schädliche Umwelteinflüsse werden daran gehindert, in unseren Körper einzudringen und Feuchtigkeit, die schon im Körper ist, bleibt auch dort gespeichert.
Feuchtigkeit in Creme und Co. sind also durchaus sinnvoll, um die Funktion der Haut beizubehalten. Nur wenn der Feuchtigkeitshaushalt stimmt, ist deine Haut elastischer und kann sich besser schützen und bei Problemen selbst reparieren. Wenn deine Haut trocken ist, gerät die Hautbarriere aus ihrer Balance. Und dann haben Umwelteinflüsse leichtes Spiel. Sie dringen schneller ein und Rötungen, Juckreiz und eine erhöhte Empfindlichkeit sind die Folge.
Der „Glow“
Jeder will ihn haben: den oft zitierten „Glow“. Dabei handelt es sich um ein gewisses Strahlen der Haut. Das Gegenteil wäre der fahle Teint – und den möchte niemand im Spiegel sehen. Wenn du darauf achtest, dass deine Haut gut mit Feuchtigkeit versorgt ist, kann diese auch das Licht besser reflektieren und der Glow kommt ganz von allein. Kurzum: Die Feuchtigkeit deiner Haut ist nicht nur wichtig für ein strahlendes Aussehen und das Anti-Aging, sondern auch für deine Gesundheit.

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Welche Haut am meisten Pflege verlangt
Vorweg kann man schonmal zusammenfassen: Jede Haut braucht Feuchtigkeit. Manche Hauttypen haben aber tatsächlich einen höheren „Trinkbedarf“ als andere. Produktbeschreibungen der angebotenen Kosmetika bieten jeweils mehr Informationen dazu, zu welcher Haut sie optimal passen.
Trockene Haut
Trockene Haut produziert von Natur aus weniger Hautfett. Man nennt dieses auch „Talg“, vielleicht ist der Begriff dir beim Lesen von Produktbeschreibungen schon häufiger aufgefallen. Talg ist wichtig für die Funktion deiner Haut, denn er hilft dabei, das Wasser in der Haut zu halten. Sobald es hier zu Problemen kommt, verliert die Haut ständig Feuchtigkeit über die Oberfläche. Die Haut fühlt sich dann eher rau an, sie spannt nach dem Waschen. manchmal werden sogar kleine Schüppchen sichtbar oder kleine Trockenheitsfältchen bilden sich. Sie braucht als Pflege unbedingt eine Kombination aus Feuchtigkeit und Fett, um wieder optimal funktionieren zu können.
Fettige Haut und Mischhaut
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass fettige Haut oder Mischhaut keine Feuchtigkeit benötigen. Das stimmt absolut nicht! Wenn du deine Haut zu aggressiv mit austrocknenden Produkten behandelst, z.B. um den Glanz zu kontrollieren, dann kann es schnell dazu führen, dass sie noch mehr Hautfett produziert. Warum? Weil sie den Feuchtigkeitsverlust ausgleichen möchte. Du landest in einem Teufelskreis: mehr Glanz, mehr Ausbrüche, aber trotzdem behältst du eine feuchtigkeitsarme Haut. Daher ist es wichtig, zu verstehen, dass auch fettige Haut Feuchtigkeit braucht! Bei der Wahl der Produkte sollte man zu fettfreien Texturen greifen.
Sensible Haut und reife Haut
Auch sensible Haut und reife Haut leiden schnell unter Feuchtigkeitsverlust. Wenn deine Haut empfindlich ist, ist die Oberfläche oft ohnehin schon geschwächt. Dadurch erhöht sich der Feuchtigkeitsverlust automatisch und Reizungen sind vorprogrammiert. Bei einer reifen Haut liegen die Gründe im natürlichen Alterungsprozess. Körpereigene Hyaluronsäure und Kollagen werden von Lebensjahr zu Lebensjahr aufgrund des Alters leider reduziert. Diese Bestandteile der Zelle sind notwendig, um Wasser zu speichern. So ist es dringend zu empfehlen, mit einer sanften Feuchtigkeitspflege nachzulhelfen.
Die Power-Crew: Inhaltsstoffe, die deine Haut prall und glücklich machen
Wenn du das nächste Mal vor dem Regal stehst und Inhaltsstofflisten studierst, halte Ausschau nach den wahren Feuchtigkeits-Champions. Diese Wirkstoffe lassen sich grob in zwei Hauptgruppen unterteilen: Humectants (Feuchthaltemittel) und Occlusives (Feuchtigkeitsversiegler).
Feuchtigkeit über Pflegeprodukte zuführen
In Kosmetika finden wir glücklicherweise viele kleine Helfer, die unsere Haur dabei unterstützen, Feuchtigkeit zu binden. Dazu gehören:
Hyaluronsäure: Ein einziges Gramm Hyaluronsäure kann bis zu sechs Liter Wasser binden. Es gibt hier allerdings verschiedene Arten. Die eine wirkt nur auf der Hautoberfläche, wo sie sofort aufpolstert und schnell aber kurzweilig Trockenheitsfältchen mindert. Die andere Hyaluronsäure dringt tiefer in deine Haut ein, spendet dort nachhaltige Feuchtigkeit und kann auch die hauteigene Produktion von Hyaluronsäure anfeuern. Beim Kauf deiner Pflegeprodukte solltest du einen Mix aus verschiedenen Molekülgrößen vevorzugen.
Glycerin: Glycerin ist extrem effektiv, zieht schnell ein und ist in fast jeder guten Feuchtigkeitscreme enthalten. Wir kennen sie vor allem von Handcremes!
Aloe Vera und Harnstoff (Urea): Aloe Vera? Beim Sonnenbrand hilft uns dieser natürliche Extrakt schnell über viele Après Sun Produkte weiter. Die Haut bekommt dadurch eine ordentliche Portion Feuchtigkeit ab und wirkt zudem beruhigt. Urea hat die tolle Eigenschaft, Wasser zu binden und abgestorbene Hautschüppchen zu lösen. Dann haben andere Pflegemittel eher die Möglichkeit, in die Haut einzudringen. Besonders gut ist Urea kannst du Produkte mit Urea für sehr trockene oder raue Hautstellen einsetzen.
Den Feuchtigkeitsverlust eindämmen
Dann gibt es noch Inhaltsstoff, die einen leichten, schützenden Film über die Haut legen und damit dabei unterstützen, den Wasserverlust zu minimieren. Sie sind besonders wichtig für trockene Haut und für die Nachtpflege.
- Ceramide: Das sind hauteigene Fette, die im Prinzip die Lücken zwischen den Hautzellen stopfen. Nutze entsprechende Produkte, um eine geschwächte Hautbarriere zu reparieren und zu versiegeln.
- Sheabutter, Jojoba- und Arganöl: Hierbei handelt es sich um hochwertige pflanzlichen Öle, welche voll mit essenziellen Fettsäuren sind. Sie pflegen unsere Haut auf natürliche Weise intensiv, sorgen für Geschmeidigkeit und helfen, die Feuchtigkeit einzuschließen. Der absolute Pluspunkt ist, dass sie dabei nicht die Poren verstopfen!
- Squalane: Squalan ist dem hauteigenen Fett sehr ähnlich. Es zieht schnell ein, fühlt sich nicht fettig an und ist ein fantastischer Schutz gegen Feuchtigkeitsverlust. Und wenn du weiche Haut magst, dann wirst du diesen Inhaltsstoff lieben!
Man kann ganz klar sagen, dass die beste Pflege all diese kleinen Helferlein miteinander kombiniert. Zuerst bindest du das Wasser in deinen Zellen und schützt diese dann vor dem Feuchtigkeitsverlust. Wenn das funktioniert, dann wirst du dich dauerhaft über eine strahlende, pralle und gesunde Haut freuen dürfen.
Die zarte Zone: Braucht die Augenpartie eine Extraportion Feuchtigkeit?
Kommen wir nun zu einer Frage, die sich fast jeder stellt, wenn es um Feuchtigkeit geht: Braucht man eine separate Augencreme, oder reicht die normale Gesichtscreme aus?
Da die Augenpartie ganz besondere Bedürfnisse hat, verlangt sie tatsächlich nach einer maßgeschneiderten Pflege. Du kannst dir die Haut um die Augen eigentlich wie Seidenpapier vorstellen. Sie ist im Durchschnitt bis zu zehnmal dünner als die restliche Gesichtshaut und enthält zudem kaum Talgdrüsen, aus denen das Fett kommt. Fett ist aber total wichtig, um Feuchtigkeit in der Haut zu halten. Dazu kommt, dass diese Haut durch Blinzeln in ständiger Bewegung ist – es sei denn, wir schlafen Tag und Nacht durch! So sind natürlich Trockenheitsfältchen absehbar. Du kannst versuchen, mit Gesichtsyoga gegen diese Fältchen vorzugehen, oder du wählst auch hier die passende Kosmetik.
Deine normale Gesichtscreme mag wunderbar für den Rest deines Gesichts sein, aber sie ist oft für die dickere Haut im Wangen- oder Stirnbereich optimiert. tatsächlich ist es möglich, dass bestimmte Inhaltsstoffe die sensible Augenpartie stören, weil sie zu reichhaltig oder zu aggresiv für den Bereich ist.
Wann du eine Augencreme nutzen solltest
Augencremes sind so zusammengesetzt, dass sie viel Feuchthaltemittel (wie Hyaluronsäure und Glycerin) und zudem sanfte, stärkenden Fette (wie Ceramide) liefern. Trotzdem haben sie eine leichtere Beschaffenheit, die schnell in die feine Hautpartie um die Augen einzieht. Es kann auch sein, dass spezielle Inhaltsstoffe auf die typischen Probleme der Augenpartie abzielen. Das kann beispielsweise Koffein gegen Schwellungen sein oder aufhellende Wirkstoffe gegen dunkle Schatten.
Oft enthalten Augencremes zusätzlich spezielle Inhaltsstoffe, die auf die typischen Probleme der Augenpartie abzielen, wie Koffein gegen Schwellungen oder aufhellende Wirkstoffe gegen dunkle Schatten.
Was wir alle wollen, ist es, unsere Haut dort zu unterstützen, wo sie am schwächsten ist. Wenn du also die Trockenheitsfältchen um deine Augen herum reduzieren und vielleicht auch etwas wacher aussehen möchtest, ist eine sanfte, feuchtigkeitsspendende Augencreme definitiv eine sinnvolle Ergänzung zu deiner Gesichtscreme. Trage sie am besten immer sanft mit dem Ringfinger auf – er übt den geringsten Druck aus – und klopfe sie vorsichtig ein, statt zu reiben.
Wasser auch von innen!
Zu guter Letzt muss noch erwähnt werden, dass man auf jeden Fall täglich genügend Wasser trinken sollte. Keine Creme der Welt kann den Feuchtigkeitsverlust ausgleichen, wenn das Wasser nicht auch von innen zugesteuert wird. Hydratation ist ein ganzheitliches Projekt, das dein Körper dir danken wird und die Haut zum Strahlen bringt!

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