Es ist kurz nach vierzehn Uhr, die Mittagspause ist vorbei und eigentlich sollten jetzt die kreativsten Stunden des Tages anbrechen. Doch stattdessen fühlen sich die Augenlider schwer an, die Konzentration verabschiedet sich in den Feierabend und der dritte Kaffee des Tages scheint auch keine Wunder mehr zu bewirken. Was ist passiert? Das berüchtigte Nachmittags-Tief hat zugeschlagen und macht es uns schwer, den Fokus auf die wichtigen Aufgaben zu behalten. Doch keine Sorge, mit ein paar gezielten Handgriffen und neuen Gewohnheiten lässt sich die Energie zurückholen, ohne dass du dich mit Koffein überladen musst. Hier kommen fünf Tipps!

1. Der Haltungswechsel: Raus aus der Komfortzone des Sitzens

Wir alle kennen das: Wenn wir stundenlang in derselben Position verharren, schaltet unser Körper automatisch in einen Energiesparmodus. Sitzt man nämlich den ganzen Tag starr auf seinem Bürostuhl, signalisiert man seinem System unbewusst, dass gerade keine körperliche oder geistige Höchstleistung gefordert ist. Und was passiert dann im Körper? Die Durchblutung wird langsamer, die Atmung flacher und die Muskulatur erschlafft. Tatsächlich hat eine Studie Gesundheit in Deutschland (GEDA 2019/2020-EHIS) ergeben, dass 16,7% der Frauen und 22,3% der Männer mindestens acht Stunden am Tag sitzen. Das begünstigt die Entstehung von Krankheiten. Was da hilft, ist Bewegung zwischendurch und ein radikaler Wechsel der Perspektive.

Genau an diesem Punkt kommt die moderne Arbeitsplatzausstattung ins Spiel. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch ist nämlich weit mehr als nur ein schickes Möbelstück für das Arbeiten im Büro oder im Home Office. Er ist dein wichtigstes Werkzeug, um das Gehirn wieder auf „Wachstum“ zu programmieren. Wenn du merkst, dass die Konzentration nachlässt, solltest du nicht zur Schokolade greifen, sondern per Knopfdruck die Arbeitsposition verändern. Im Stehen arbeitet dein Herz-Kreislauf-System deutlich aktiver, weil du automatisch tiefere Atemzüge durchführst und dein Blut dadurch mit frischem Sauerstoff versorgst. Das Beste daran ist, dass man im Stehen kaum in eine schläfrige Haltung verfällt. Man bleibt buchstäblich „auf Zack“ und das wirkt sich direkt auf die Geschwindigkeit aus, mit der du in deiner Tätigkeit Probleme löst oder Texte formulierst.

Schon zwanzig Minuten Stehen können ausreichen, um den Kopf einmal komplett durchzuspülen und die Müdigkeit zu vertreiben.

Durch ein aktives Verhalten am Schreibtisch behältst du deine Energie
Durch ein aktives Verhalten am Schreibtisch behältst du deine Energie
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2. Frische Luft und das Geheimnis des Tageslichts

Oft unterschätzen wir, wie sehr die Qualität der Luft in unseren Räumen unsere Leistungsfähigkeit beeinflusst. Woran liegt das? Ganz einfach: Wenn wir mehrere Stunden in einem geschlossenen Zimmer arbeiten und nicht lüften, steigt der Kohlendioxidgehalt an. Das Ergebnis ist ein benebeltes Gefühl im Kopf und das dringende Bedürfnis, die Augen zu schließen. Manche von uns bekommen auch Kopfschmerzen. Öffnen wir nun großzügig das Fenster, wirkt das oft wie ein kleiner Elektroschock für die Sinne – im positiven Sinne. Die kühle, frische Luft draußen bringt nicht nur Sauerstoff, sondern weckt auch die Rezeptoren auf deiner Haut.

Parallel dazu spielt das Tageslicht eine entscheidende Rolle für unsere innere Uhr. Unsere Vorfahren haben ihren Rhythmus nach der Sonne gerichtet, und auch heute noch reagiert unser Körper extrem empfindlich auf Lichtverhältnisse. Künstliches, warmes Licht macht uns gemütlich und bereitet uns auf den Feierabend vor. Wenn du also im Nachmittags-Tief steckst, solltest du versuchen, so viel natürliches Tageslicht wie möglich einzufangen. Setz dich kurz ans Fenster oder geh für fünf Minuten vor die Tür. Das blaue Lichtspektrum des natürlichen Himmels hemmt die Produktion des Schlafhormons Melatonin und sorgt dafür, dass du dich sofort wacher und präsenter fühlst. Es ist der natürlichste Wachmacher, den es gibt, und er kostet absolut nichts.

Tageslicht und frische Luft sorgen im Büroalltag für einen Energieschub
Tageslicht und frische Luft sorgen im Büroalltag für einen Energieschub
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3. Die richtige Strategie für Essen und Trinken

Viele Menschen versuchen, das Nachmittags-Tief mit dem Genuss von zuckerhaltigen Speisen oder Getränken zu bekämpfen. Ein Riegel hier, ein Keks da – das bringt zwar einen kurzen Energieschub, führt aber kurz darauf zu einem noch tieferen Absturz des Blutzuckerspiegels. Das Ergebnis ist ein Teufelskreis aus Heißhunger und Erschöpfung.

Stattdessen sollte man auf eine clevere Flüssigkeitszufuhr setzen. Oft ist das, was wir als Müdigkeit wahrnehmen, in Wahrheit ein leichter Flüssigkeitsmangel. Unser Gehirn besteht zu einem großen Teil aus Wasser, und wenn der Nachschub fehlt, wird das Denken zäh wie Kaugummi.

Ein großes Glas stilles Wasser, vielleicht mit einer Scheibe Zitrone oder etwas frischer Minze aufgepeppt, wirkt oft wahre Wunder. Auch grüner Tee ist eine großartige Alternative zum Kaffee, da das enthaltene Koffein langsamer und gleichmäßiger an den Körper abgegeben wird.

Was das Essen betrifft: Versuche, mittags nicht zu schwer zu essen. Ein „Suppenkoma“ oder „Fresskoma“ entsteht immer dann, wenn das Blut zur Verdauung im Magen gebraucht wird und im Kopf fehlt. Besser eignet sich leichte Kost in Form von Salaten, Nüssen oder einem Joghurt. Und wenn der kleine Hunger kommt, sind Walnüsse oder Mandeln die perfekten Begleiter, da sie wichtige Fette enthalten, die die Konzentration unterstützen, ohne den Körper schwerfällig zu machen.

4. Kleine Pausen für einen mentalen Reset

Manchmal ist es nicht der Körper, der müde ist, sondern der Geist. Das ist auch nicht verwunderlich, wenn man stundenlang auf den Monitor starrt und mit E-Mails, Tabellen und kreativen Konzepten jongliert. Irgendwann ist der „Arbeitsspeicher“ im Kopf einfach voll, wir sind nicht mehr aufnahmefähig. In solchen Momenten hilft es nicht, sich mit Gewalt zum Weitermachen zu zwingen. Es ist effektiver, für fünf bis zehn Minuten komplett abzuschalten. Das bedeutet aber nicht, vom Arbeits-Bildschirm zum Handy-Bildschirm zu wechseln. Social Media ist kein echter Urlaub für das Gehirn, sondern liefert nur noch mehr Reize, die verarbeitet werden müssen. Und gerade Reize sollten nun kurzzeitig nicht auf unser Gehirn einrieseln.

Ein echter mentaler Reset sieht also anders aus. Du könntest zum Beispiel Atemübungen gegen Stress machen oder ein paar Dehnübungen. Oder einfach nur für einen Moment aus dem Fenster schauen und die Gedanken schweifen lassen. Man nennt das auch „bewusstes Nichtstun“. In diesen Phasen der Ruhe sortiert das Gehirn die Informationen im Hintergrund und schafft Platz für neue Ideen. Wenn du danach wieder an deinen Schreibtisch zurückkehrst – vielleicht diesmal wieder in der Sitzposition, um für eine Weile gemütlicher zu fokussieren – wirst du merken, dass die Blockade im Kopf verschwunden ist. Diese kurzen Unterbrechungen sind keine Zeitverschwendung, sondern eine Investition in die Qualität deiner Arbeit.

Kurze Unterbrechungen ohne Reizaufnahme bringen dir einen mentalen Reset
Kurze Unterbrechungen ohne Reizaufnahme bringen dir einen mentalen Reset
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5. Mit Düften und Klängen die Sinne stimulieren

Wir nehmen unsere Umwelt mit allen Sinnen wahr, doch beim Arbeiten konzentrieren wir uns meistens nur auf das Sehen und Tasten. Dabei können Gerüche und Geräusche einen direkten Draht zu unserem Gehirn schlagen und die Stimmung in Sekunden verändern. Bestimmte Düfte wie Pfefferminze, Rosmarin oder Zitrone wirken anregend und konzentrationsfördernd. Ein kleiner Diffusor auf dem Schreibtisch oder ein hochwertiges ätherisches Öl, von dem du kurz schnupperst, kann dir den nötigen Kick geben, um das Nachmittags-Tief zu überspringen.

Auch die akustische Untermalung deines Arbeitsplatzes spielt eine Rolle. Während manche Menschen absolute Stille brauchen, hilft anderen so genanntes „White Noise“ oder spezielle Lo-Fi-Beats, um in einen Flow-Zustand zu kommen. Das Wichtige hierbei ist, dass die Musik keine Texte haben sollte, die dich ablenken. Es geht darum, eine Klangteppich zu weben, der die störenden Geräusche der Umgebung ausblendet und dich in deiner eigenen Arbeitswelt isoliert. Wenn du merkst, dass du müde wirst, kann ein schneller Wechsel zu einem etwas treibenderen Rhythmus deinem Körper signalisieren, dass es Zeit ist, wieder Fahrt aufzunehmen. Wenn du diese Rhythmen nun mit einer kurzen Runde „Luftboxen“ oder einem kräftigem Strecken verbindest, wirst du merken, wie die Energie in deinen Körper zurückkehrt.

Kurzum: Bleib' in Aktion

Das Nachmittags-Tief ist kein erstrebenswerter Zustand, den man hinnehmen muss. Es ist lediglich ein Zeichen deines Körpers, dass er eine kurze Veränderung braucht. Ob du nun die Höhe deines Tisches anpasst, ein Fenster öffnest oder deine Sinne neu belebst – der Schlüssel liegt darin, aktiv zu werden, bevor die Müdigkeit die Oberhand gewinnt. Mit diesen fünf gerade vorgestellten Hacks bist du bestens gerüstet, um auch die zweite Tageshälfte produktiv und mit einem Lächeln zu meistern.

Infografik: Mit diesen 5 Hacks schaffst du es, dein Nachmittagstief zu überwinden
Mit diesen 5 Hacks schaffst du es, dein Nachmittagstief zu überwinden
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