Oft schmieden Eltern für ihre Kinder Pläne, welche der individuelle Charakter der Kinder dann zerplatzen lässt. Aktuell möchten viele Eltern  strenge Unterscheidungen bei den Spielzeugfarben für Jungen und Mädchen vermeiden. Das beginnt schon bei der Auswahl der Farbe: Die  klassischen Vertreter der Geschlechter-Rollen sind Hellblau und Rosa. Diese Farben werden von der Spielzeugindustrie auch in den modernen Zeiten gern vorgegeben. Dabei ist es oft nicht die Absicht der Eltern, dass ihre Kinder spezifisches Jungen- oder Mädchenspielzeug bekommen. Durch neutrale Farben sind sie von Beginn ihrer Entwicklung an nicht durch festgelegte Stereotypen eingeschränkt.

Über die Auswahl der Spielzeuge entscheidet das Kind
Über die Auswahl der Spielzeuge entscheidet das Kind
© Sandy Millar via unsplash.com / CC0

Kinder treffen ihre Spielzeugpräferenzen eigenständig

Auf Spielplätzen kann noch immer beobachtet werden, dass Jungen sich für robuste Bagger begeistern können, während die Mädchen eher mit glitzernden rosa Förmchen in Schmetterlingsform liebevoll einen Sandkuchen backen. Eltern suchen die Schuld dann oft bei sich und denken, dass sie in ihrer geschlechterneutralen Erziehung versagt haben. Manchmal hegen sie sogar einen Groll gegen die Spielzeugindustrie.

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Allerdings haben die Eltern überhaupt nichts in ihrer Erziehung falsch gemacht. Anders, als es sich die Eltern vielleicht wünschen würden, bevorzugen Jungen und Mädchen nämlich unterschiedliche Arten von Spielzeugen. Dies hat eine Studie der Universität von London nun offiziell belegt. Die Forscher kamen zu folgendem Ergebnis: Jungen fühlen sich eher zu typischen Jungspielzeug, Mädchen zum traditionellen Mädchenspielzeug hingezogen. Eltern sollten den Großeltern somit nicht böse sein, wenn diese sich beispielsweise explizit nach Taufgeschenken für Jungen oder Einschulungsgeschenken für Mädchen erkundigen.

Soziale und angeborene Faktoren sind bei der Spielzeugwahl entscheidend

An der Studie der britischen Forscher haben Kinder von bis zu acht Jahren teilgenommen. Diese konnten aus einem Angebot eigenständig die Spielzeuge auswählen, mit denen sie am liebsten spielen würden. Unter den typischen Spielzeugen für Jungs fanden sich beispielsweise Fahrzeuge aller Art. Typisch für Mädchen waren Puppen und auch neutrale Spielzeuge wie Bücher oder Puzzle.

Die Studien kamen unabhängig von ihrem Durchführungsort oder dem Zeitpunkt immer zu demselben Ergebnis. Ebenfalls waren die Herkunftsländer der Kinder von keiner Bedeutung – auch, wenn in dem entsprechenden Land ein besonderer Fokus auf die Gleichheit der beiden Geschlechter gelegt wird. Stets konnten eindeutige Präferenzen bei der Wahl des Spielzeugs beobachtet werden.

Mädchen spielen häufig gern mit Puppen
Mädchen spielen häufig gern mit Puppen
© Jelleke Vanooteghem via unsplash.com / CC0

Vorlieben hängen von sozialen und angeborenen Faktoren ab

Eltern sollten nicht verzweifeln, wenn sich der Sohn unbedingt eine Spielzeug-Pistole und die Tochter eine der beliebten Barbie-Puppen haben möchte. Dieses Verhalten steht in keinem Zusammenhang mit einer fehlerhaften Erziehung. Die Forscher vermuten vielmehr, dass es sich bei den Vorlieben für eine spezielle Art von Spielzeug um eine Kombination aus sozialen und angeborenen Faktoren handelt.

Es wird angenommen, dass Mädchen eher Puppen und Jungs Fahrzeuge bevorzugen, da sie eine leicht ausgeprägte genetische Veranlagung dazu in sich tragen. So hat die Natur es wohl eingerichtet. Allerdings verstärkt das soziale Umfeld der Kinder die bereits vorprogrammierten Vorlieben. Dazu gehört das generelle Angebot an Spielzeug, Werbung, die Darstellung in den Medien und geschlechterspezifische Rollenvorstellungen innerhalb der Gesellschaft. Für die Spielzeugindustrie heißt das, dass sie durch geschlechterspezifische Spielzeuge eine große Nachfrage bedienen und diese mit ihrem Angebot noch verstärken.

Die Lieblingsspielzeuge verändern sich mit zunehmendem Alter

Unter den Kindern herrscht ein hoher Druck zur Konformität. Deshalb haben die Eltern nur einen begrenzten Einfluss. Wenn Kinder zwischen drei und fünf Jahren mit einem untypischen Spielzeug spielen, werden diese besonders oft von anderen Kindern dafür aufgezogen. Das Interesse an geschlechterspezifischem Spielzeug schwindet allerdings ab dem Alter von circa sieben Jahren wieder ein wenig.

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